Mainfranken – Hotspotregion des Klimawandels

 

Am Montag, 8. Juli 2019 lud die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät zur Veranstaltung „Economics for Future – Wir sprechen über das Klima“ in den Audimax der Neuen Universität ein. Gastredner Prof. Dr. Heiko Paeth referierte über die Auswirkungen des Klimawandels auf Mainfranken.

Von Kristina Freitag, Sarah Mohr und Nina Tröbs

Zuerst begrüßte Gastgeber Prof. Dr. Peter Bofinger die vielen Klimainteressierten, sowie Prof. Dr. Heiko Paeth, welcher als Klimaforscher an der Universität Würzburg arbeitet. Der ebenfalls angekündigte Prof. Dr. Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung traf aufgrund von Verspätungen im Bahnverkehr erst nach offiziellem Ende der Veranstaltung ein.

„Es ist einfach permanent zu warm“

In Unterfranken sei die Durchschnittstemperatur im Vergleich zu vorindustriellen Werten bereits um 2°C gestiegen, so Paeth. Das sei mehr als das Doppelte des weltweiten Durchschnitts. Paeth bezeichnete Unterfranken daher auch als „Hotspotregion des Klimawandels.“ Anhand einer Grafik über die stetig steigenden Kohlenstoffemissionen erklärte der Klimaforscher diesen Temperaturanstieg. „Wir merken mittlerweile im Herzen Europas die frühen Auswirkungen des Klimawandels“, so Paeth.

Auswirkungen auf die Natur in Mainfranken

In der Zukunft würden die Klimaänderungen auch im Maintal sichtbare Folgen hervorrufen. Beispielsweise könnten die für die Region Würzburg typischen Rebsorten nicht mehr angebaut werden. Besonders für den Silvaner und den Müller-Thurgau würden die Böden aufgrund der Trockenheit keine optimalen Gunstfaktoren mehr bieten. Demzufolge verschiebe sich der Anbau hin zu Rebsorten, die aktuell aus wärmeren und trockeneren Gebieten bekannt sind. Die Erderwärmung wirke sich auch auf die Waldgebiete aus. Bis zum Ende des Jahrhunderts würden die Nadelbäume und Rotbuchen im Steigerwald komplett verschwinden. Laut Paeth seien diese Bäume durch die permanente Trockenheit sehr gestresst.

Grüne Null durch einen Preis für CO2-Emissionen

Bofinger erklärte, dass die CO2-Emissionen weiterhin ansteigen würden, solange es keinen Preis für Abgasemissionen gebe. Durch eine mögliche CO2-Steuer oder CO2-Zertifikate könnten die Emissionen verringert werden. Bisher zeigten Zertifikate aufgrund der hohen Anzahl jedoch keine Wirkung. Auch nach der Rücknahme von Zertifikaten seit 2018 sei der Preis für Umweltverschmutzung noch zu niedrig. Zudem stellte Bofinger CO2-Steuerkonzepte vor, die sozial verträglich sind und gleichzeitig die Verursacher hoher Abgasmengen belasten. Das Ziel sollte die sogenannte Grüne Null sein, welche für geringe bis gar keine Klimaschulden steht. Außerdem sollten diese in relativer Höhe zur Wirtschaftsleistung gesehen werden.

 

Prof. Dr. Christina Felfe de Ormeño zeigte, dass der Klimawandel auch für Wirtschaftswissenschaftler relevant ist. Deshalb beschäftigt sich eine große Anzahl an Professoren der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ebenfalls mit umweltpolitischen Themen.

 

 

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