K+S und das weiße Gold der Erde

Burkhard Lohr von K+S zu Gast an der WiWi-Fakultät. Bild: Konstantin Singwald
Burkhard Lohr von K+S zu Gast an der WiWi-Fakultät. Bild: Konstantin Singwald

Im Rahmen der Vortragsreihe „Geschäftsführer*innen und Vorstände berichten aus der Praxis“, war Dr. Burkhard Lohr von der K+S Aktiengesellschaft an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Würzburg zu Gast.

Von Konstantin Singwald

Der im Ruhrgebiet aufgewachsene Lohr ist seit 2012 Vorsitzender des Vorstands des Kali- und Salz-Riesen. In seinem Vortrag gab er Einblicke in Zukunftsvisionen und Anforderungen an das Unternehmen. „Salz passt nicht nur zum Frühstücksei“, sagt er und deutet auf die Wichtigkeit seines Unternehmens hin.

K+S: Größter Salzproduzent weltweit

Mehr als 80.000 Tonnen Salz schaufelt das Unternehmen jeden Tag aus den über 90 Standorten. Damit ist K+S Spitzenreiter. Die Anwendungsgebiete sind vielseitig. Neben dem Speisesalz in den Küchen dient es vor allem der Sicherheit auf den Straßen. In den Wintermonaten ist es, wenn auch umstritten, unverzichtbar. Aber auch in Industrie und Gewerbe ist Salz wichtig. Industriesalz dient als Rohstoff für tausende von industriell hergestellten Produkten. Angefangen beim Aluminium, über Backpulver bis hin zu Glas und Kunststoff.

Neben Salz baut K+S auch Kalium und Magnesium ab. Als größter Anbieter Westeuropas versorgt das Unternehmen die Landwirtschaft mit Düngemitteln. Und diese sind sehr beliebt, wegen der weltweit einzigartigen Rohstoffzusammensetzung der deutschen Lagerstätten und der zusätzlich enthaltenen Schwefelanteile.

„Shaping 2030 – unsere Strategie“

Damit K+S auch in der Zukunft konkurrenzfähig bleibt, rief das Unternehmen 2017 die Agenda „Shaping 2030“ aus. „Sie bringt das Unternehmen auf einen ambitionierten, robusten und nachhaltigen Wachstumskurs“, sagt Lohr. Die bisher getrennten Geschäftsbereiche Kali und Salz werden demnach zusammengelegt, um mehr Fokus auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden zu legen. Vorhandene Synergien und Potenziale sollen besser ausgeschöpft und neue Wachstumsfelder entwickelt werden. Im Jahr 2030 strebt K+S mehr als 3 Milliarden Euro Gewinn an.

Damit die Erwartungen an die Zukunft erfüllt werden können, baut K+S das modernste Kaliwerk überhaupt. Rund 3,1 Milliarden Euro verschlingt das Projekt in Kanada und soll das Unternehmen in der Kaliproduktion an die Spitze führen.

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein

Der Tatsache, dass Salz der Umwelt Schaden kann, ist sich Lohr bewusst. Durch einen zu hohen Salzgehalt im Boden werden wichtige Mineralien ausgespült, was für Pflanzen bedrohlich ist. Zudem verringert sich durch Salz der Sauerstoffgehalt in Gewässern. Das raubt zum Beispiel Süßwasserfischen ihren Lebenraum. „Wir haben eine 80-prozentige Lösung gefunden, salzhaltige Abwässer von den Kalihalden zu bereinigen“, hält Lohr dagegen und verweist auf weltweite Ideenwettbewerbe, an denen Universitäten, Firmen und Fachleute teilgenommen haben.

K+S beteiligt sich auch am Aufbau einer digitalen Wertschöpfungskette in Uganda. Dort sollen Kleinbauern durch nährstoffreichen Dünger des Unternehmens bis zu fünfmal mehr Ertrag generieren können. „Einen glücklichen Bauern aus Uganda zu sehen, ist schon toll“, schwärmt der 55-jährige.

K+S wird demnächst auf über 15.000 Mitarbeiter wachsen. Allein in Deutschland gibt es über 10.000 besetzte Stellen. Vorstand Burkhard Lohr hält fest: „Sie sind dazu eingeladen, bei der K+S AG Karriere zu machen.“

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