Maincor – Innovation im Mittelstand

Dieter Pfister von Maincor zu Gast an der WiWi-Fakultät. Bild: Laura Junger
Dieter Pfister von Maincor zu Gast an der WiWi-Fakultät. Bild: Laura Junger

Im Rahmen der Vortragsreihe „Geschäftsführer*innen und Vorstände berichten aus der Praxis“ war Dieter Pfister, Geschäftsführer der Maincor Rohrsysteme GmbH & Co. KG, am 11. Dezember 2018 an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zu Gast.

Von Laura Junger

2004 gründete Pfister die Maincor Rohrsysteme mit circa 100 Mitarbeitern. Das Unternehmen ist auf Kunststoff-Rohrsysteme für den Heizungs- und Sanitärbereich, sowie Anwendungen für die Industriebranche spezialisiert. „Wir wollen wachsen“, beschreibt er seinen Traum und erklärt, dass es auch für die Mitarbeiter „nichts motivierenderes als Erfolg und Expansion“ gibt. Beide Faktoren sind nur zusammen sinnvoll, denn „allein Expansion reicht nicht aus“, sagt Pfister.

Der Charme eines mittelständischen Unternehmens

Pfisters berufliche Laufbahn startete 1977 beim Finanzamt, anschließend arbeitete er als Angestellter in einem Steuerbüro und absolvierte nebenbei ein Controlling Studium. 1985 begann er das Unternehmen Unicor aufzubauen. 1999 wurde Unicor an Uponor, einem Betrieb für Versorgungstechnik, verkauft und Pfister erhielt einen Vorstandsposten. Dann startete er mit Maincor.

Doch was ist der Reiz daran ein mittelständisches Unternehmen zu führen? „Wir können uns direkt zusammen unterhalten“, sagt Pfister. Der Geschäftsführer fügt noch hinzu: „Als Mittelständler entscheiden wir jetzt und können sagen heute Nachmittag fangen wir damit an.“

Maincor hat gegenwärtig eine Exportquote von 44 Prozent, hauptsächlich exportieren sie nach Europa. Ganz nach Pfisters Motto: „Konsequent und konzentriert vorgehen“, hat das Unternehmen für die Jahre 2017 bis 2019 ein Investitionsprogramm geplant. Es sollen zwölf Millionen Euro in neue Software, Informationstechnik und Maschinen investiert werden.

Finanzkrise 2008: Schwere Zeiten bei Maincor

In den Jahren 2004 bis 2012 erzielte Maincor über 100 Millionen Euro Umsatz, bei über 600 Beschäftigten und einer Exportquote von mehr als 70 Prozent. Aufgrund der Finanzkrise 2008 hatte der Betrieb zu kämpfen, denn „da hat es alle erwischt, überall“, sagt Pfister.

Somit rutschte das Unternehmen, laut dem Geschäftsführer, „von der Gewinnphase in die Verlustphase“. Maincor schrieb rote Zahlen, aber die Beschäftigten standen zu Pfister, er betont: „Ohne Mitarbeiter geht nichts.“ Im August 2013 meldete er Insolvenz in Eigenverwaltung an, „ein Instrument, was bei uns fast nicht bekannt ist“, erzählt Pfister. Im Dezember 2013 gelang es Maincor raus aus der Insolvenz.

Maincor und die Industrie 4.0

Man muss die Mitarbeiter mitnehmen, die müssen involviert werden“, erklärt der Gründer. Pfister hat deshalb seine Beschäftigten zum Thema Industrie 4.0 befragt. Im Logistikbereich von Maincor wird mittlerweile mit Smartwatches kommissioniert, Pfister erzählt: „Die Mitarbeiter waren begeistert, die Hände sind frei.“

Aufgrund des Fachkräftemangels sucht Maincor nach neuen Wegen, um Mitarbeiter zu finden. Sie machen sich die Digitalisierung zu Nutze und so sagt Pfister: „Wir suchen unsere Mitarbeiter mittlerweile auch bei Facebook.“

Wichtig sei, dass man aktiv ist und sich überlegt, wie das Unternehmen weiterentwickelt werden kann. Pfister sagt: „Unternehmertum heißt unternehmen, nicht unterlassen.“

Written By
More from Redaktion

Studieren mit Job: Aus Liebe zum Handball

Der typische Nebenjob eines Studenten ist meistens in der Gastronomie angesiedelt. Der...
Read More