Wie Belectric die Zukunft solar gestalten möchte

Ingo Alphéus von Belectric zu Gast an der WiWi-Fakultät. Bild: Claudio Höll
Ingo Alphéus von Belectric zu Gast an der WiWi-Fakultät. Bild: Claudio Höll

Am 04. Dezember 2018 startete die Veranstaltungsreihe “Vorstände berichten aus der Praxis“ in die nächste Runde. Die Wirtschafswissenschaftliche Fakultät  empfing Ingo Alphéus, den CEO der Belectric Solar & Battery GmbH.

Von Robert Wachinger

In einem abwechslungsreichen Vortrag stellte Alphéus an der WiWi-Fakultät den Wandel in der Energiebranche vor. „Solar ist durch nichts zu toppen“, sagte Alphéus über die Kerntechnologie seines Unternehmens. Belectric hat sich auf Solaranlagen und Batterielösungen spezialisiert.

Die Geschichte „voRWEg“

Belectric gehört als Unternehmen zur Innogy Gruppe. Diese startete 2016 als Tochterfirma des Energiekonzerns RWE. Der zweitgrößte Energieerzeugers Deutschlands erhofft sich eine Lösung für sinkendes Image und Investorenrückgänge. „Dass RWE zu 60 Prozent aus erneuerbaren Energien besteht, wollte keiner begreifen“, sagt Alphéus. Um das Bild der energieerzeugenden „Klimakillers“ loszuwerden, musste ein Befreiungsschlag her.

Somit reformierte RWE alle „sauberen“ Stromerzeuger zur Innogy SE. Dadurch konnten wieder Investoren gefunden werden. „Ein Teil dieses Geldes wurde verwendet um 2017 Belectric aufzukaufen“, schilderte Alphéus. Belectric wurde das erste Solarunternehmen der Gruppe. Das Unternehmen beschäftigt etwa 700 Mitarbeiter in elf Ländern; „typischerweise da, wo die Sonne scheint“, so der gebürtige Oldenburger.

„Die Zukunft ist solar“

In den vergangenen Jahren sind die Kosten zur Erzeugung von Solarstrom deutlich gesunken. Das hängt auch mit dem sinkenden Preis von Silizium zusammen, welcher in Solarpanelen verbaut ist. Alphéus spricht begeistert von der unkomplizierten Montage und der infrastrukturunabhängigen Technologie. Der Solarstrom stünde kurz vor dem „Tipping Point“, was bedeutet, dass die Energiequelle in punkto Erzeugerpreis pro Kilowattstunde (zwei bis fünf Cent) an allen Alternativen vorbeiziehen könnte.

Oft jedoch habe die Solarenergie noch mit Vorurteilen zu kämpfen. So werde etwa die benötigte Fläche deutlich überschätzt. „Ein Prozent der Fläche Deutschlands reicht aus, um das ganze Land zu versorgen“, sagte Alphéus. Aber: „Ohne Sonne kein Strom“, räumte der Wirtschaftsingenieur ein. Vor allem Industrieländer seien noch auf herkömmliche Energiequellen angewiesen sind. Die Speichertechnologie sei noch nicht weit genug entwickelt, um den Bedarf ohne Ausfälle decken zu können.

Zukunft bei Belectric

Momentan ist Belectric mit 30 Baustellen in vier Ländern beschäftigt, das Kundenspektrum sei dabei sehr breit. Alphéus ging auf die interessantesten Projekte ein, an denen Belectric derzeit beteiligt ist. So zum Beispiel in Israel, wo ein komplett unabhängiges Versorgungssystem angestrebt wird; oder in Jordanien, wo im Rahmen eines UN-Projektes Geflüchtete an einer Solarfarm arbeiten.

Auch im Markt für Elektroautos errechnet sich das Unternehmen gute Chancen für Belectric-Batterien. Die einst eher verrufene Branche habe sich in den letzten Jahren enorm gewandelt, sagt Alphéus: „Heute ist es ein Traum.“

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