Wie die Risikobewertung bei der Deutschen Pfandbriefbank funktioniert

Zu Gast an der WiWi-Fakultät: Andreas Schenk von der Deutschen Pfandbriefbank. Bild: Paulina Ribka
Zu Gast an der WiWi-Fakultät: Andreas Schenk von der Deutschen Pfandbriefbank. Bild: Paulina Ribka

Am 20. November 2018 besuchte Andreas Schenk die Julius-Maximilians-Universität. Schenk arbeitet als Chief Risk Officer bei der Deutschen Pfandbriefbank. Dort beschäftigt er sich insbesondere mit sogenannten Risikobewertungen.

Von Paulina Ribka

Schenk, der beruflich unter anderem in Frankfurt und New York tätig war, stellte den Studierenden eingangs die vier Tätigkeitsbereiche der Pfandbriefbank (PBB) vor. Die PBB beschäftigt sich vor allem mit Immobilienfinanzierung und öffentlicher Investitionsfinanzierung. Hierzu zählen die Vergabe von Darlehen, der Bereich „Risk Management und Control“, das Gutachterwesen „Property Analysis and Innovation“ und schließlich der Bereich „Operations“.

Darlehen vergibt die PBB grundsätzlich nur an Immobilieninvestoren und nicht an Privatkunden. Die durchschnittliche Darlehenshöhe liegt bei etwa 50 Millionen Euro. In diesem Bereich sind circa 120 Mitarbeiter tätig, welche vor allem die Veränderungen von Werten („Wertbeurteilung“) und den Service bedienen. Ferner bietet die PBB Privatanlegern Festgeld und Tagesgeldanlagen an.

Das Risikomanagement der Pfandbriefbank

Das zweite Tätigkeitsfeld der PBB, Risk Management und Control, ist dagegen eher methodenlastig, also sehr theoretisch. Dort sind etwa 70 Mitarbeiter beschäftigt, welche sich hauptsächlich mit der Bewertung verschiedener Modelle und der Risikotragfähigkeit auseinandersetzen.

Die Deutsche Pfandbriefbank ist eine von 120 Banken, die von der EZB beaufsichtigt werden. Gutachter, die meist auch vor Ort sitzen, bewerten in der Sparte der sogenannten „Property Analysis“ Anwesen nach Lage, Stadtteil oder ähnlichen Kriterien. Größtenteils üben diesen Beruf Ingenieure aus.

Im Bereich der „Operations“ geht es vor allem um Cash-Flows, also alles, „was nah an der Immobilie ist“, wie Schenk sagt. Dazu zählt unter anderem die Infrastrukturfinanzierung.

Die Digitalisierung bei der PBB

Auch die Bankenbranche steht aktuell vor Herausforderungen, vor allem auf dem Feld der Digitalisierung. Aktuell arbeite man noch viel zu oft mit veralteten Prozessen, befindet Schenk: „Noch nicht einmal bei der E-Mail angekommen“, seien einige in der Branche.

Die PBB hat deshalb eine Digitalisierungsinitiative gestartet. So möchte die Bank vor allem ihre Schnittstellen zum Kunden verbessern. Bei dem sei die Erwartungshaltung maßgeblich durch andere Branchen geprägt. Die PBB möchte schneller werden und ihre Geschäfte dennoch verlässlich abwickeln.

Außerdem möchte Schenk die internen Prozesse effizienter gestalten. Es sei das Ziel Tätigkeiten zu automatisieren und dadurch Kosten sparen. Und natürlich möchte die PBB auch neue Geschäftsmodelle entwickeln. So gründete die Bank beispielsweise die Plattform „Capveriant“, ein Finanzportal für öffentliche Finanzierung.

Mit Blick auf die Zukunft ist Schenk insbesondere auf die möglichen Folgen des nahenden Brexits gespannt. Im Anschluss an den Vortrag konnten die Studierenden Fragen an den Vorstand stellen.

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