Wirtschaft trifft Wissenschaft 2018: Chatbots, Roboter und KI

2018 ging es bei "Wirtschaft trifft Wissenschaft" um KI, Automatisierung und Robotik. Foto: Sebastian Schug
2018 ging es bei "Wirtschaft trifft Wissenschaft" um KI, Automatisierung und Robotik. Foto: Sebastian Schug

Bereits zum siebten Mal fand am Mittwoch, 14.11.2018 die Kooperationsveranstaltung „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ statt. Veranstalter sind neben der WiWi-Fakultät die IHK Würzburg-Schweinfurt und das ZDI Mainfranken. Schwerpunkt in diesem Jahr: Chatbots, künstliche Intelligenz und Robotik.

Von Maximilian Bayer

„Achtung, die Roboter kommen!“, unter diesem Titel standen die diesjährigen Vorträge. Bereits zum dritten Mal in Folge drehte es sich bei „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ im weitesten Sinne um Digitalisierung. Hierzu hatten die Veranstalter vier Referenten eingeladen.

Der Abend begann mit einer kurzen Begrüßung und Vorstellung der Redner durch die Vize-Präsidentin der Universität Würzburg Prof. Dr. Andrea Szczesny und Dr. Klaus Mapara, den Vizepräsidenten der IHK Würzburg-Schweinfurt.

Automatisierung und der Arbeitsmarkt

Der erste Vortrag des Abends kam von Prof. Dr. Wolfgang Dauth. Er ist Juniorprofessor für Empirische Regional- und Außenhandelsforschung. Laut Dauth habe es schon in der Vergangenheit Angst vor Arbeitslosigkeit infolge technologischer Fortschritte gegeben. Er stellte eine amerikanische Studie vor, nach der 47 Prozent aller amerikanischen Jobs automatisiert werden könnten. Aber, hielt Dauth dagegen: Nur weil Automatisierung technisch machbar ist, heißt das nicht, dass sie auch immer ökonomisch sinnvoll ist.

Automatisierung könnte neue Tätigkeiten und eine höhere Arbeitsnachfrage durch gesunkene Produktionskosten schaffen. Außerdem würde das Arbeitsangebot wegen des demographischen Wandels zukünftig zurückgehen. „Roboter sind keine Jobkiller“, hielt er fest. Als nächstes sprach Prof. Dr. Doris Fischer vom Lehrstuhl für China Business and Economics.

China und die Digitalisierung der Wirtschaft

Fischer verglich das chinesische Mindset zur Digitalisierung mit dem deutschen. Sie zeigte, dass hierbei grundsätzlich Unterschiede bestehen. Während man in Deutschland zögerlich mit neuen Technologien umginge und erst deren Folgen abschätze, herrsche in China ein spielerischer Umgang. Auch der Datenschutz ist in beiden Ländern unterschiedlich definiert. In China schützt er beispielsweise verstärkt vor Wirtschaftskriminalität, in Deutschland vor dem Staat.

Der Chief Financial Officer bei Bosch Rexroth, Michael Fiks, folgte mit einem Vortrag zum Thema „Fabrik der Zukunft“. Nach seiner Vision gibt es zukünftig Fertigungsräume, Komponenten und Produkte, die komplett digital abgebildet werden können. Massenproduktion sei vermutlich angepasst an das jeweilige Auftragsvolumen und nach Kundenwünschen könnten individuelle Produkte gefertigt werden. Dabei sei das Ziel eine „vorausschauende Produktion“, erläuterte Fiks.

Chatbots und die Chancen durch Start-ups

Die letzte Referentin des Abends war Michelle Skodowski. Sie ist Co-Founder bei BOTfriends, einem Würzburger Start-up, das beispielsweise Chatbots programmiert.

Welchen Nutzen haben Chatbots für Unternehmen? Das beatwortete Michelle Skodowski von BOTfriends. Foto: Sebastian Schug
Welchen Nutzen haben Chatbots für Unternehmen? Das beatwortete Michelle Skodowski von BOTfriends. Foto: Sebastian Schug

Im ersten Teil ihres Vortrags sprach Skodowski über Chatbots als Kommunikation der Zukunft. Chatbots, erklärte sie, sind Sprach- oder Messengerbots, die zum Beispiel auf Webseiten integriert werden können. Nach Skodowski wünschen sich 60 Prozent aller Kunden Zugang zu sogenannten „Self-Service-Möglichkeiten“, also Service-Leistungen, für die kein Telefonat oder Schriftverkehr notwendig ist. Unter anderem deshalb wagen aktuell immer mehr Unternehmen erste Gehversuche mit Chatbots. BOTfriends hat zum Beispiel für Porsche einen Chatbot für den Facebook-Messenger entwickelt.

Im zweiten Teil von Skodowskis Vortrag erklärte sie, was etablierte Unternehmen von Start-ups lernen können. Dabei nannte sie die Agilität von Letzteren und die größere Bereitschaft für Innovationen.

Im Anschluss an die Vorträge hatten die rund 200 Zuhörerinnen und Zuhörer zudem die Gelegenheit sich bei einem Weinempfang persönlich auszutauschen. „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ stieß auch in diesem Jahr auf positive Resonanz unter den Teilnehmenden.

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