Microsoft und die Neuerfindung des Arbeitsplatzes

Lukas Bäuerle von Microsoft zu Gast bei der Ringvorlesung des ZDI. Foto: Marius Heck
Lukas Bäuerle von Microsoft zu Gast bei der Ringvorlesung des ZDI. Foto: Marius Heck

Am Mittwoch, den 07. November 2018 beherbergte das Z6 der Uni Würzburg die vierte Ausgabe der Ringvorlesung „Digitale Innovationen“. Der Veranstalter, das Zentrum für Digitale Innovationen Mainfranken, holte Lukas Bäuerle von Microsoft Deutschland ins Haus.

Von Marius Heck

Bäuerle, seines Zeichens im Marketing tätig, referierte an dem Abend vor über 70 Zuhörerinnen und Zuhörern. Unter dem Titel „worklifeflow“ stellte er am Beispiel von Microsoft ein Modell moderner Arbeitsplatzgestaltung vor.

Microsoft, so wie man es kennt?

Nicht wirklich. Der Branchengigant mit dem weltweit größten Netzwerk für Cloud-Dienste muss sich und seine Produkte täglich neu erfinden. „Uber yourself, before you get Kodak’ed“, stand dazu auf einer von Bäuerles Folien. Kodak verpasste damals den Sprung zur Digitalisierung.

Mit Größen wie Google, SAP und Amazon im Rücken darf ein Unternehmen wie Microsoft nicht auf der Stelle treten. Der Arbeitseinsatz soll deshalb in die neusten Trends, „big bets“, wie Bäuerle sie nennt, gesteckt werden. Er versteht darunter Stichwörter wie künstliche Intelligenz, Cloud und Big Data.

Work-Life-Flow im Fokus

Ein wichtiger Faktor für Fortschritt ist für Microsoft die Gestaltung des Arbeitsumfelds. Hinter „worklifeflow“ verbirgt sich die Vereinbarung von Menschen, Orten und Technologie im Arbeitsalltag. Flow steht dabei bewusst im Kontrast zu Balance. „Balance impliziert eine Grenze“, sagte Bäuerle, „die Realität zeigt, dass Grenzen verwaschen.“

Um Flexibiltät zu ermöglichen schraubte Microsoft unter anderem an seiner Gebäudeplanung. Bäuerle zeigte dies den Zuhörern am Beispiel des Hauptquartiers in München. Auffallend sind verschiedene Zonen; es gibt zum Beispiel gesonderte Bereiche für Still- und Teamarbeit.

Im Hauptquartier ist alles akribisch durchgeplant, bis hin zum Mobiliar. Auf dem Grundriss erkennt man neben den Zonen und Meetingräumen aber auch völlig andere Dinge: ein Fitnessstudio etwa, eine Sauna, Gebetsräume sowie Spielzimmer für Eltern und Kinder. Die Mitarbeiter sollen ihre Zeit so frei einteilen, wie sie es wünschen. Es gibt weder feste Arbeitszeiten, noch feste Arbeitsplätze.

Ein papierloses Büro

Unterstützt wird diese Mobilität durch Technologie, die unabhängig von physischen Gütern macht. Über die hauseigene Cloud wird ein digitaler Austausch gelebt. Bäuerle selbst meint, Kommunikation funktioniert größtenteils über Chatsysteme. Sollte man sich doch mit einem Kollegen treffen müssen, ortet eine Find-me-App alle Mitarbeiter.

Allerdings fügte Bäuerle hinzu: „Natürlich ist nicht alles Zuckerschlecken.“ Denn natürlich bringt ein solches System Herausforderungen mit sich – insbesondere in Fragen des Datenschutzes und der Privatsphäre.

Der Arbeiter macht das Unternehmen

Zum Abschluss des gut 100-minütigen Vortrags ging Bäuerle auf eine letzte Ressource ein: den Menschen. Unter der Führung der neuen Geschäftsführung achte Microsoft besonders auf Inklusion und Diversität. Dazu verwies Bäuerle etwa auf ein spezielles Anwerbeprogramm für Autisten oder auf das Netzwerk „Women in Tech“. Mit diesem möchte Microsoft Frauen bessere Karrierechancen ermöglichen.

Weiter geht es in der Ringvorlesung am Dienstag, den 20. November – dann sprich Prof. Dr. Andreas Nüchter vom Lehrstuhl für Informatik, Robotik und Telematik über Industrie 4.0 und 3D-Scanning.

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