BayWa und das Management erneuerbarer Energien

Was bedeutet Leadership? Das versucht Klaus Josef Lutz von BayWa zu beantworten. Foto: Bianca Junghans
Was bedeutet Leadership? Das versucht Klaus Josef Lutz von BayWa zu beantworten. Foto: Bianca Junghans

In der Reihe Vorstände und Geschäftsführer*innen berichten aus der Praxis“ durfte die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät am Abend des 13. November Professor Klaus Josef Lutz, Geschäftsführer der BayWa AG, als Gastredner begrüßen.

Von Bianca Junghans

Lutz ist seit Juli 2008 Vorstandsvorsitzender des börsennotierten Unternehmens BayWa und gehört darüber hinaus noch einigen Aufsichtsräten privater und börsennotierter Unternehmen an. Ebenso ist er Honorarprofessor für Betriebswirtschaftslehre.

1923 gegründet, ist BayWa ein genossenschaftliches Unternehmen mit heute circa 310 Unternehmen weltweit. Es beschäftigt sich vor allem mit den drei Sektoren Agrar, Baustoffe und Energie; letzteres vor allem mit Fokus auf erneuerbare Energien.

Neue Ausrichtung für BayWa

Nach Lutz Erfolgen in anderen Unternehmen engagierte ihn die BayWa für eine Restrukturierung ihres Betriebes. Seine Aufgabe: „Neue Impulse in ein Unternehmen geben, das stockkonservativ ist“, so der 60 Jahre alte Manager, „für mich war von der ersten Sekunde klar, dieses Geschäft muss global sein.“

Die erste erfolgreiche Idee von Klaus Josef Lutz war der Einstieg in den Bereich der erneuerbaren Energien – abgekürzt „RE“ für „renewable energy“. BayWa ist heute die Nummer fünf weltweit im Bauen von Solar- und Windanlagen und ist auf der ganzen Welt tätig. „Heute ist RE der Ergebnisträger schlechthin, ohne RE wäre die BayWa in großen Schwierigkeiten“, sagt Lutz.

Doch wie kam es zu Lutz‘ Erfolgen?

Anders als vielleicht erwartet, begann seine Laufbahn nicht in der Betriebswirtschaftslehre, sondern er absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften. Im Anschluss war er zunächst als Anwalt tätig. Der gebürtige Münchner wurde „im Management mehr oder weniger hoch katapultiert“, wie er sagt. Er übernahm führende Positionen in sieben verschiedenen Branchen.

Zu Lutz‘ wohl größten Erfolgen zählt die Rettung und Sanierung des Süddeutschen Verlags, bei welchem er 2002 die Führungsposition übernahm. Der Bereich der Sanierung und Restrukturierung entwickelte sich zu seinem Spezialgebiet.

Was einen guten Manager ausmacht

Nach so langer Tätigkeit in führenden Positionen stellt Lutz fest: „Es geht im Management immer um ein Thema – Führung, Leadership.“ Dabei habe sich in den letzten 30 Jahren nicht viel geändert.

Auf die Frage wie Leadership konkret aussieht, nennt Lutz insbesondere Verantwortung als einen zentralen Baustein. Nach Lutz würden sich viele Manager aus Angst vor der Verantwortung drücken. Aus diesem Grund appellierte er an die Studenten: „Stellen sie sich der Herausforderung.“

Eine der größten Herausforderungen der heutigen Zeit sieht Lutz in den sich wahnsinnig schnell ändernden Märkten und in der fortschreitenden Technisierung. Um diese zu bewältigen, besinnt sich Lutz auf ein Zitat von Goethe: „Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten“.

Welche Management Eigenschaft jedoch die wichtigste ist? „Weiß ich nicht ehrlich gesagt, ist mir auch Wurst“, antwortet Lutz. Als Manager müsse vor allem etwas in einem selbst brennen, wenn man Karriere machen will. Zum Schluss betont er jedoch: „Am Ende geht’s immer um Verantwortlichkeit“.

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