Merck – der Wissenschaft und der Neugier verpflichtet

Dr. Stefan Oschmann
Dr. Stefan Oschmann, CEO von Merck

Im Rahmen der VeranstaltungsreiheVorstände berichten aus der Praxis“ war am 07.11.2018 Dr. Stefan Oschmann, CEO der  Merck KGaA zu Gast an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung sprach unter anderem über seinen Lebensweg, die Geschäftsfelder des Unternehmens und die zukünftige Entwicklung in der Chemie- und Pharmabranche.

Von Selina Freienberg

Was das Unternehmen ausmacht? „Bei Merck dreht sich alles um Wissenschaft und Technologie“, dieser Fokus ist dem gebürtigen Würzburger und promovierten Veterinärmediziner Oschmann wichtig. Das heißt für ihn aber auch: „Wir versuchen ein bisschen gaga im Bereich Wissenschaft zu sein.“

Diese dezidiert wissenschaftliche Ausrichtung untermauert Merck insbesondere durch die Ausgaben im Bereich der Forschung und Entwicklung. Diese beliefen sich auf circa 2 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 15,3 Milliarden im Jahr 2017, so Oschmann.

Eines der größten Familienunternehmen weltweit

Trotz des Börsengangs 1995 ist Merck mit einer 70-prozentigen stillen Teilhaberschaft bis heute ein Familienunternehmen geblieben. Merck beschäftigt weltweit knapp 54.000 Mitarbeiter in 66 Ländern. Somit ist der Darmstädter Technologiekonzern eines der erfolgreichsten Unternehmen in der Chemie- und Pharmabranche. „2018 ist ein besonderes Jahr für Merck“, sagte Oschmann, „wir feiern das 350. Jubiläum“. Die Firma wurde bereits 1668 gegründet und ist bis heute mehrheitlich in der Hand der Familie Merck. „Merck hat die Pharmazie der Wissenschaft überführ“, fügte er hinzu.

Vor allem im Bereich für „performance materials“ brachte Merck die Digitalisierung mit der Entwicklung von Flüssigkristallen für Displays voran. „Wir sagen ganz unbescheiden, dass die digitale Revolution ohne Merck nicht möglich gewesen wäre“, so Oschmann. Das Unternehmen ist ebenfalls in den Bereichen „Health Care“ und „Life Science“ tätig. „Wir wollen in allen Geschäftsfeldern wachsen.“

Merck als Treiber neuer Technologien

Zum 350-jährigen Jubiläum eröffnete Merck sein Innovationszentrum in Darmstadt. Dort arbeiten vor allem externe Start-ups, insbesondere auch in Branchen, die nicht ganz in die Struktur des Unternehmens passen. „Das sind Technologien, wo wir uns noch nicht sicher sind was wir damit machen wollen“, sagt Oschmann.

Zum Unternehmen generell betonte der Manager: „Wir wollen ganz neue Technologien und Geschäftsmodelle, die sich zwischen oder jenseits von unseren existierenden Unternehmensbereichen bewegen.“

Wie sieht die zukünftige Entwicklung aus?

„Wachstum ist jetzt nur noch möglich durch den intensiven Einsatz von digitalen Technologien“, beteuerte Oschmann. Im Zusammenhang damit sprach er von der „Uberisation of Health Care“. Auf Plattformen sollen zukünftig Anbieter von „Assets“ mit dem Kunden verbunden werden.

Auch in der Krebsforschung soll in der Zukunft weiterhin geforscht werden. Krebs soll zu einem „Management Problem“ wie andere Volkskrankheiten werden. Ein weiterer Punkt sei in Zukunft der Bereich der „Digitalen Pathologie“, was die maschinelle Auswertung von Krankheitsbildern beinhaltet. „Neugier“, schloss Oschman den Vortrag, „ist das, was uns antreibt“.

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