WiWi-Q&A: Forschungsaufenthalt an der LBS

Fabian Taigel

Wer ein Studium beginnt, der kommt mit hohen Erwartungen, einer großen Motivation und vielen Träumen an die Universität. Wer sich vom hohen Anspruch und dem teilweise anstrengenden Alltag nicht unterkriegen lässt und sein Ziel immer vor Augen hat, der hat die Chance diese Träume wahr werden zu lassen. Fabian Taigel hat das mit seinem Forschungsaufenthalt an der renommierten London Business School (LBS) getan.

Wieso sind Sie nach London gegangen?

Würzburg ist eine großartige Stadt zum Studieren und ich habe meine Zeit hier sehr genossen. Trotzdem musste ich nicht lange überlegen, als sich die Möglichkeit ergab für einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt an die LBS zu gehen. Die LBS eine der führenden Institutionen für Betriebswirtschaftslehre in Europa und die Möglichkeiten zum wissenschaftlichen Austausch, die ich mir dort erwartete sind extrem wertvoll. Das gilt umso mehr, da ich plane, auch über meine Promotion hinaus in der Forschung zu bleiben. Weiterhin konnte ich damit jetzt den Auslandsaufenthalt nachholen, der sich im Master-Studium nicht mehr ergeben hatte.  Prof. Pibernik gab mir damals die Möglichkeit, direkt am Lehrstuhl Logistik anzufangen und meine Masterarbeit im Rahmen eines internationalen EU-Forschungsprojekts zu schreiben, da habe ich das Auslandsstudium zurückgestellt.

An was forschen Sie bzw. was ist ihr Fachgebiet?

Sowohl unsere Forschungsgruppe am Lehrstuhl Logistik, als auch das Team um Prof. Gah-Yi Ban, mit der ich an der LBS zusammenarbeiten durfte, forschen im Bereich „Data-driven Operations Management“. Uns geht es darum, innovative Methoden zu entwickeln, die auf Basis großer Mengen Daten betriebswirtschaftliche Entscheidungen verbessern. Dazu werden Methoden des maschinellen Lernens mit Optimierungsansätzen aus der Betriebswirtschaft verknüpft. In einem unserer Praxisprojekte geht es z.B. darum, für eine Restaurantkette zu entscheiden, wie viele Produkte jeweils für den nächsten Tag vorbereitet werden sollten. Ziel ist es einerseits Ausschuss und andererseits unzufriedene Kunden zu vermeiden. Statt nur die Nachfrage vorherzusagen, haben wir Modelle entwickelt, die aus historischen Daten direkt konkrete Entscheidungsregeln lernen.

Was könnte die WiWi-Fakultät von der LBS lernen?

Besonders beeindruckt hat mich die Arbeitsleistung die an der LBS investiert wird um einen Austausch mit internationalen Top-Forschern zu ermöglichen. So werden fast wöchentlich Gastdozenten eingeladen, die Ihre Forschung präsentieren und in Treffen mit Professoren und Promovierenden deren Arbeiten diskutieren. Es könnte natürlich schwierig werden, wöchentlich Top-Forscher aus den USA nach Würzburg zu bringen. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass wir es schaffen, zumindest mit anderen Forschern aus Europa für mehr Austausch in unserem Forschungsbereich zu sorgen. Durch meine Tätigkeit als „Teaching Assistant“ für Prof. Bans Kurs im „Master in Management“, konnte ich einen Einblick in die Lehre an der LBS gewinnen. Daraus konnte ich auf jeden Fall mitnehmen, dass die Methoden und Inhalte, die wir hier in Würzburg vermitteln, durchaus mit denen an der LBS mithalten können.

Wer sich auch für einen Forschungsaufenthalt im Ausland interessiert, der sollte sich mit seiner wissenschaftlichen Arbeit für sein Wunschinstitut empfehlen. Hierzu gehören neben der Abschlussarbeit oder einer Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter natürlich auch die Soft Skills. Wer zusätzlich fortgeschrittene Sprachkenntnisse und persönliche Kontakte mitbringt, der ist schon einen großen Schritt weiter.

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